Raiffeisenregion als LEADER-Region anerkannt

Ziel ist schnelles Internet im Landkreis Neuwied



Im Foyer des Verwaltungsgebäudes der Landesgartenschau in Landau nahmen die Bürgermeister der Raiffeisenregion Volker Mendel, Puderbach, Horst Rasbach, Dierdorf, Ottmar Fuchs, Flammersfeld und Hans-Werner Breithausen, Rengsdorf, die Anerkennungsurkunden als Leader-Region entgegen.




Ulrike Höfken, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten übergab die Urkunden und stellte das Leitbild „Die Raiffeisen-Region – gelebte Solidarität“ nochmals besonders heraus. Durch das Leader-Programm der EU und das Entwicklungsprogramm des Landes Rheinland-Pfalz werden in den Jahren bis 2020 Strategien und Projekte unterstützt bzw. gefördert, die einen Beitrag zur zukunftsfähigen Weiterentwicklung des ländlichen Raums leisten. Insgesamt 2,7 MIO Euro stehen der Raiffeisen-Region für die Förderperiode bis 2020 zur Verfügung.

Das große Engagement der gesamten Bevölkerung, die Workshops, die Sitzungen, die vielen „Steckbriefe“ und die Arbeit der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) haben sich gelohnt. Nun gilt es, die nächsten Schritte einzuleiten, damit in 2016 mit den ersten Maßnahmen begonnen werden kann, so Hans-Werner Breithausen.


Erfolgreiche Auftaktveranstaltung zur geplanen LEADER -
Raiffeisen-Region am 06.11.2014 im Kaplan-Dasbach-Haus in Horhausen

Über 150 BürgerInnen sowie VertreterInnen von Vereinen und Institutionen kamen am Donnerstagabend in das Kaplan-Dasbach-Haus nach Horhausen, um sich über die europäische Förderinitiative LEADER zu informieren. Die seit vielen Jahren kooperierenden Verbandsgemeinden der Raiffeisen-Region VG Dierdorf, VG Flammersfeld, VG Puderbach und VG Rengsdorf haben im Sommer ihr Interesse zur Bewerbung als LEADER-Region für die neue EU-Förderperiode 2014 - 2020 gestellt. Mit dem EU-Programm LEADER können in diesem Zeitraum verschiedenste Projekte und deren begleitete Umsetzung mit rund 2,6 Millionen Euro in der Raiffeisen-Region gefördert werden.

Für die Bewerbung gilt es jedoch in einem engen Zeitfenster bis zum 31.01.2015 eine sogenannte LILE "Lokale integrierte ländliche Entwicklungsstrategie" beim Land Rheinland-Pfalz einzureichen. Insgesamt bewerben sich in Rheinland-Pfalz derzeit 20 Bewerberregionen, aus denen mindestens 15 Regionen als LEADER-Regionen ausgewählt werden sollen. Im LILE-Konzept soll überzeugend dargestellt werden, welche Themen die Region zukünftig anpacken will. Nur für die Handlungsfelder, die in der LILE beschrieben sind, können später EU-Fördermittel beantragt werden.

Marion Gutberlet und Beatrix Ollig vom beauftragten Planungsbüro Grontmij moderierten den Abend und sind mit ihrem Team auch für die fachliche Ausarbeitung der LILE zuständig. Nach einer allgemeinen Information über die Fördermöglichkeiten in LEADER und die Anforderungen an das LILE-Konzept folgte eine Interviewrunde mit allen Bürgermeistern der Region: Hans-Werner Breithausen (VG Rengsdorf), Volker Mendel (VG Puderbach), Horst Rasbach (VG Dierdorf) und Josef Zolk (VG Flammersfeld) stellten einige aus Ihrer Sicht wichtigen Themen für die Raiffeisen-Region vor und forderten alle BürgerInnen, Vereine, Unternehmen und Kirchen zur Mitwirkung bei der LILE auf. Alle diese Gruppen können im Rahmen von LEADER neben den Kommunen auch selbst Projektträger sein und Fördermittel beantragen.

In einer offenen Beteiligungsphase hatten schließlich alle TeilnehmerInnen die Möglichkeit, ihre Hinweise, Themenvorschläge und Projektideen an verschiedenen sog. Themeninseln abzugeben. Insgesamt haben sich so im Rahmen der Auftaktveranstaltung bereits folgende LEADER-Themen heraus kristallisiert: Bildung (z.B. Bildung von Ausbildungspatenschaften regionaler Betriebe mit Schulen, Schülern und deren Eltern, um Jugendliche eine attraktive berufliche Perspektive in ihrer Heimat bieten zu können), Mobilität (z.B. Organisation von Solidarität unter Nachbarn in einem Projekt „Nimm mich mit“ oder Schaffung von sicheren Fuß-/Radwegen zu ÖPNV-Haltestellen und in die Nachbarorte), Gesundheitliche Versorgung (z.B. Gemeindeschwestern in den Orten, die Teilaufgaben von Ärzten übernehmen können und Schaffung neuer Tagespflegeeinrichtungen), Landschaft (z.B. Schaffung guter Voraussetzungen für die Landwirtschaft der Region, die die Landschaft auch für Touristen pflegt oder Qualitätswanderwege und –radwege (auch barrierefrei)), Leben im Dorf (z.B. Einrichtung eines wöchentlichen mobilen Markts in den Gemeinden, die auch der als Treffpunkt fungieren und so der Vereinsamung gerade älterer Menschen entgegenwirken können). Weiter wurden Querschnittsthemen wie beispielsweise die Inklusion oder die Integration von MigrantInnen genannt.

Für alle, die nicht an der Auftakt-Veranstaltung teilnehmen konnten, besteht auch während der laufenden Konzepterstellung die Möglichkeiten, ihre Ideen einzubringen. Dies geht entweder online über ein Formular auf www.leader-raiffeisen-region.de oder natürlich auch in direktem Kontakt zu einem der Ansprechpartner bei den Verbandsgemeinden oder der Grontmij aus Koblenz.